....... E N E R G I E

In meinen Arbeiten beschäftige ich mich mit dem Thema ENERGIE.

ENERGIE, die ich beim Entstehen meiner Bilder zwischen dem Bild und mir spüre - es beeindruckt mich immer wieder, welche Energie freigesetzt wird, wenn ich vor einer großen Leinwand stehe und einfach beginne. Wenn ich einfach irgendetwas auf die Leinwand bringe. Dann ein paar Schritte zurückgehe und es auf mich wirken lasse. Erst dann ans Nachdenken gehe und den Verstand befrage, wie es weitergehen könnte – mit welcher Farbe, welcher Form, an welcher Stelle des Bildes. Dann wieder zum Pinsel greife und weitermache.
Meine abstrakten Bilder kommen im Moment des Entstehens direkt aus mir. Wenn man so will, sind sie eine Komposition aus allem, was ich bisher erlebt und gesehen habe – in immer wieder neuen, unendlichen Kombinationsmöglichkeiten. Sie sind sozusagen die Essenz aus meinen Erlebnissen, Eindrücken, Stimmungen und Gefühlen, die sich auf dem „Wühltisch meines Lebens“ angesammelt haben. Beim Malen eines Bildes greife ich intuitiv auf diesen „Schatz“ zurück und kombiniere dann spontan dieses zu jenem oder mache alles ganz anders als ich es bisher immer gemacht habe. Ich lasse mich auf diesen Prozess ein und finde den Weg erst im Laufe des Entstehens.
Beim Malen setze ich also vorrangig auf meine Intuition. Aber nicht nur. Das Kennen und Beherrschen der Gesetzmäßigkeiten von Farbe, Form, Bildkomposition, Oberflächenstruktur und Raum sind für mich eine Grundvoraussetzung dafür, dass ein Bild gelingen kann. Für mich ist es wichtig, die Regeln zu kennen, um dann mit diesen jonglieren zu können und um sie auch mal brechen zu können, um Spannung zu erzeugen.
Zur Kunst und zu Farben habe ich mich schon immer hingezogen gefühlt und in mein Leben, wo es ging, integriert. Sei es, dass ich mich stundenlang in Museen aufgehalten habe und Kunstwerke, egal aus welcher Epoche, genau analysiert habe und verstehen wollte. Oder, dass ich an den verschiedenartigsten Kunstkursen teilgenommen habe oder die Farbzusammenstellungen in der Natur beobachtet und gemalt habe. Seit ungefähr zwölf Jahren fand ich immer mehr zur großformatigen abstrakten, expressiven Malerei und habe mich an zahlreichen Seminaren bei unterschiedlichen Dozenten an verschiedenen Kunstakademien weitergebildet, um immer stärker zu meinem „Eigenen“ zu kommen. Am liebsten arbeite ich mit Acrylfarben auf Leinwand. Gerne baue ich auch Strukturelemente aus eingestreutem Sand oder Papier ein.
In meinem Beruf als Architektin geht es auch um Gestaltung. Doch dort geht es darum Pläne zu entwickeln und einzuhalten, auf ein Ziel hinzuarbeiten, also einen Plan zu haben. In der Malerei arbeite ich nach dem gegenteiligen Prinzip, eben ohne Plan, aus dem Moment heraus. Und ich bin fasziniert davon, wie Energie dadurch auf dem direkten Weg in meine Bilder fließen kann.

ENERGIE, die von Bildern transportiert wird – zum Betrachter und in den Raum, in dem wir uns aufhalten. Durch die Malerei durfte ich erkennen und fühlen lernen, welche Kraft Bilder und Farben haben. Nicht nur im Sinne von kräftigen und weniger kräftigen Farben, sondern auch im Sinne von der Kraft einen Raum mit Energie zu fluten. Die Energie eines Raumes komplett zu verändern.


 „Alles ist Energie.“ (Albert Einstein)

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